Kirchliches Jugendbüro Regen
Es ist ein ungewöhnliches Bild, welches sich am Freitagabend in Zwiesel zeigt. In den letzten Zügen der nun schon warmen Frühlingssonne warten viele Jugendliche vor den Toren der Stadtpfarrkirche. Im Rahmen der Firmvorbereitung des pastoralen Raums Regen findet hier ein besonderer Gottesdienst statt, der „Abend der Versöhnung“.
Kirchliches Jugendbüro Regen
Leise dringen die Melodien der Lobpreisband „Rising up“ nach draußen. Die ersten Jugendlichen wagen sich schon in die Kirche hinein. Nach und nach füllt sich der Gottesdienstraum mit Leben. Das Team des Kirchlichen Jugendbüros Regen, Jugendreferent Johannes Hof, Jugendseelsorgerin Katharina Hamel und Karin Wenig, steht in der mit Kerzenschein erhellten Kirche bereit und verteilt an die hereinkommenden Firmlinge kleine Lichter. Mit dem Lobpreissong „Dein Reich komme Vater“ beginnt „Rising up“ zu spielen und lädt die Jugendlichen ein, miteinzustimmen. Dekan Carl-Christian Snethlage begrüßt die versammelten Firmlinge und fordert sie auf, beim gemeinsamen Singen und Zuhören über das eigene Leben nachzudenken. Denn die Vorbereitung zur Firmung ist auch eine „Vorbereitung des Herzens“.
Der Abend selbst bietet eine besondere Dynamik. Nach Liedern der Band sind Verse aus dem Gleichnis „Der Barmherzige Vater“ zu hören, die dann in die heutige Zeit übertragen werden. So zieht der Sohn, der sich sein Erbe auszahlen lässt, in die große Stadt, verliert sein Geld ohne Nachzudenken an ausufernde Partys und an die falschen Freunde. Schließlich sucht er in den Abfällen von Straßencafes nach Essen und schläft in der Ecke einer U‑Bahnstation. Er bemerkt, dass er „Mist gebaut hat“ und fährt schließlich per Anhalter zurück in sein Dorf. Hier wird er entgegen seinen schlimmsten Befürchtungen von allen freudig aufgenommen: „Schön, dass du wieder da bist!“
Im Anschluss an diese Botschaft, der Vergebung der Sünden, leitet Dekan Snethlage, im Angesicht des ausgesetzten Leib Christi, zu einem Gewissensspiegel über. Hier werden den Firmlingen Fragen zu verschiedenen Bereichen ihres Lebens, besonders jedoch dem Umgang mit ihren Mitmenschen, gestellt, die sie zum Nachdenken anregen. Das Team betont nach jeder Frage, dass hier nicht die konkrete Situation z.B. der Familienstreit an sich die Sünde ist, sondern der Umgang damit, sprich wenn man sich selbst nicht einbringt, zuhört oder sogar absichtlich Streit auslöst. Die vorgetragenen Beispiele haben alle ein gleiches Fazit: „Sünde ist: zu wenig Liebe.“
Nach diesen sehr herausfordernden Fragen, verweilen die Jugendlichen noch weiter in der Kirche, denken über das gehörte nach, lesen kleine Bibelverse oder tragen ihre Kerze bis ganz nach vorne. Sie haben die Möglichkeit das Angebot der Beichte, das Sakrament der Versöhnung, wahrzunehmen.
Zum Ende des Abends spendet Dekan Snethlage den Firmlingen mit den Worten,- „Der Herr schenke euch Mut als Christen zu leben: mit beiden Beinen auf dem Boden und mit dem Blick zum Himmel“- den eucharistischen Segen. „Rising Up“ spielt für diesen eindrucksvollen Abend ihr letztes Lied „Rückenwind“, das die Jugendlichen mit Kraft und Schwung hinaus in den Alltag trägt.
Kirchliches Jugendbüro Regen



